Strukturierter Dialog

Der „Strukturierte Dialog“ ist ein komplexes Instrument zur Beteiligung von jungen Menschen an (jugend-)politischen Prozessen. Der Deutsche Bundesjugendring hat den Prozess in einem Video vereinfacht darstellt:

Strukturierter Dialog von Bundesjugendring DBJR auf Vimeo.

Ziele des Strukturierten Dialogs

Der Strukturierte Dialog hat zweierlei Sinn:

Zum einen dient er der „Erdung“ der EU-Jugendstrategie. Indem Jugendliche in Kontakt mit Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf lokaler, regionaler und europäischer Ebene treten und ihre Wünsche und Probleme als Expertinnen und Experten in eigener Sache an Entscheidungsträgerinnen herantragen, soll sichergestellt werden, dass „die Politik“ nicht losgelöst von der jugendlichen Realität agiert.

Zugleich dient der Strukturierte Dialog dem erklärten Ziel, Jugendlichen wirksame Partizipation zu ermöglichen. Der Kontakt von Jugendlichen und Politikern vermittelt Wissen über die Gestaltungsmöglichkeiten der Politik auf kommunaler, nationaler und europäischer Ebene, schafft Nähe zum vermeintlich unzugänglichen System Politik sowie dessen Akteuren und motiviert dazu, eigene Positionen einzubringen.

Der Strukturierte Dialog richtet sich an nicht weniger als die ca. 100 Millionen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren in Europa. Da fällt es leicht, zu verstehen, dass nicht 100 Millionen Gespräche mit EU-Abgeordneten oder Kommissionsmitgliedern möglich sind.

Der Ablauf

Die Struktur des Dialogs soll die Kommunikation ermöglichen: Ein wesentlicher Grundbaustein sind lokale Projekte, in denen Jugendliche mit Entscheidungsträgern der Jugendpolitik ihre Anliegen diskutieren. Die Auseinandersetzung mit den Forderungen der Jugendlichen und vor allem eine Vereinbarung, wonach in weiteren Treffen Feedback gegeben wird, was aus vorgebrachten Vorschlägen wurde, führt im Idealfall dazu, dass sie in den politischen Prozess einbezogen werden. Damit wird Partizipation für Jugendliche vor Ort greifbar gemacht. Der Strukturierte Dialog sieht vor, dass die Ergebnisse der lokalen und regionalen Dialogrunden zusammengetragen und gebündelt werden. So können sie in den Dialog auf Bundes- und EU-Ebene eingespeist werden und damit auch nationale und europäische Jugendpolitik beeinflussen.

Logo: strukturierter-dialog.de

Für die Jugendlichen, die nicht direkt an Projekten des Strategischen Dialogs teilnehmen können, gibt es auf www.strukturierter-dialog.de/mitmachen ein Online-Verfahren, welches ihre Einflussnahme sicherstellt.

Teilnehmende Gruppen werden ihrer Größe entsprechend stärker gewichtet als Einzelpersonen. Die Konsultationen laufen rundenbasiert ab. Das heißt, dass in einem bestimmten Zeitraum verschiedene Aspekte eines vorher festgelegten Themas diskutiert werden. Auch die am meisten diskutierten und von den Teilnehmenden geteilten Forderungen werden gebündelt und weitergetragen.

Zu den Adressaten gehört die Bund-Länder-Arbeitsgruppe, in der Entscheidungsträger aus den Fachministerien von Bund und Ländern sitzen. Sie diskutieren die von den Jugendlichen in den regionalen Projekten und den Online-Konsultationen vorgebrachten Punkte und sind zu einem Feedback angehalten. Die Arbeitsgruppe kann ggf. andere Politikerinnen und Politiker als die Mitglieder der AG einbeziehen. Sie konzentriert sich auf die von Bund und Länder festgelegten Schwerpunktthemen.

Auf der europäischen Ebene

Nun geht es auf die europäische Ebene: Die in Deutschland zusammengetragenen Positionen der Jugendlichen werden in einem „Nationalen Bericht“ gebündelt. Die Nationalen Berichte aus den 27 EU-Mitgliedsstaaten bilden die Grundlage für die EU-Jugendkonferenzen, die halbjährlich im Land der zu diesem Zeitpunkt verantwortlichen EU-Ratspräsidentschaft stattfinden. Im ersten Halbjahr 2013 ist das Irland, im zweiten Halbjahr 2012 Litauen (2014: erst Griechenland, dann Italien).

An den Konferenzen nehmen jugendliche Vertreterinnen und Repräsentanten der nationalen Jugendministerien (in Deutschland das BMFSFJ) teil. Die Jugendlichen und Verantwortlichen der Nationalstaaten erarbeiten die gemeinsamen Forderungen aller nationalen Berichte, diskutieren Lösungsansätze und formulieren schließlich „Gemeinsame Schlussfolgerungen“ hinsichtlich der zentralen Anliegen der europäischen Jugendlichen (Mehr Informationen zum Ablauf eine EU-Jugendkonferenz auf strukturierter-dialog.de).

Der Europäische Lenkungsausschuss – ein Gremium, dass sich aus politischen Verantwortlichen der nationalen Ebenen und der Europäischen Kommission sowie aus Vertreterinnen des Europäischen Jugendforums, der nationalen Jugendorganisationen und der Nationalagenturen von JUGEND IN AKTION zusammensetzt – sorgt schließlich für die Verbreitung der Abschlussdokumente der Jugendkonferenzen. Die Europäische Kommission, der EU-Jugendministerrat und damit auch die zuständigen Ministerien der EU-Mitgliedsländer sollen sich mit den Papieren auseinandersetzen und deren Forderungen berücksichtigen.